Oberflächenersatz

Knie – Oberflächenersatz

 Der Knie – Oberflächenersatz, auch Knietotalendoprothese (Knie-TEP) genannt, bezeichnet den vollständigen, künstlichen Ersatz des Kniegelenks.

Dabei werden die abgenutzten Knorpelflächen an Ober- und Unterschenkel ersetzt.

Die Bandstrukturen dürfen bei dieser Prothese nicht geschädigt sein.

Der Knie – Oberflächenersatz besteht deshalb aus einem Oberschenkelanteil (Femur) und einem Schienbeinanteil (Tibia), der auf einer Kunstofffläche (Inlay) aufliegt, der die Meniskusfunktion übernimmt. Bei Bedarf kann zusätzlich die Kniescheibe (Patella) ersetzt werden.
Der künstliche Knie – Oberflächenersatz kann alle Funktionen und Aufgaben des echten Knies weitestgehend ausüben. Ein künstliches Gelenk kann aber ein natürliches Kniegelenk nicht völlig ersetzen und es sind einige Verhaltensregeln zu beachten, damit die Prothese möglichst lange reibungslos funktioniert.

Die Operation eines Knie – Oberflächenersatzes

 Die Operation des Knie – Oberflächenersatzes erfolgt meist unter Vollnarkose. Die verschlissenen Knorpelflächen werden nach Eröffnung des Kniegelenks entfernt und der Knie – Oberflächenersatz wird implantiert. Zwischen den Prothesenteilen wird eine Gleitfläche aus Kunststoff eingebracht.

Die Operationsdauer beträgt in der Regel zwischen 60 und 90 Minuten.

Für ca. 2-3 Tage verbleibt eine Wunddrainage im Kniegelenk. Die krankengymnastische Behandlung beginnt bereits nach der Operation. Dazu wird das operierte Bein auf eine Bewegungsschiene gelagert. Außerdem soll der Patient so früh wie möglich, an Unterarmstützen zur Vermeidung einer Thrombose zu laufen beginnen. Der stationäre Aufenthalt in einer separaten Station des “Operativen Zentrum Niedergelassener Ärzte“ (OZN) des Städtischen Klinikums Dessau-Roßlau beträgt in der Regel ca. 1-2 Wochen.

Danach beginnt die Anschlussheilbehandlung, die ambulant oder stationär in einer Reha-Klinik erfolgen kann.

Knie – Oberflächenersatz – Material, Haltbarkeit und Verankerung

Als Material für den Oberschenkelanteil wird meist eine Cobalt-Chrom-Legierung verwendet, während der Schienbeinanteil meist aus einer Titanlegierung besteht. Für die Kniescheibe wird sehr hartes Kunststoffmaterial (Polyethylen) verwendet.

Die Materialien sind besonders verträglich für den menschlichen Körper und zeichnen sich durch eine sehr gute Haltbarkeit aus.

Man kann heute von einer Haltbarkeit des Knie – Oberflächenersatzes von ca. 12 bis 15 Jahren ausgehen.

Im Fall der Lockerung des Knie – Oberflächenersatzes, Bruch oder anderer Funktionsstörungen besteht die Möglichkeit, dass die Prothese, oder Teile davon, durch eine Wechseloperation ausgetauscht werden.

Zur Verankerung des Knie – Oberflächenersatzes wird meist ein Zwei-Komponenten Spezialkleber (Knochenzement) verwendet. Es besteht auch die Möglichkeit ohne Knochenzement den Knie – Oberflächenersatz mit Press-Fit-Technik (die Prothese wird dabei in den Knochen geklemmt) zu verankern. So wird das Einwachsen der Prothese gewährleistet. Auch eine Kombination aus den verschiedenen Verankerungsmöglichkeiten steht zur Wahl.

Welche Verankerung im individuellem Krankheitsfall ausgewählt wird, ist insbesondere von der Knochenqualität, dem Schädigungsgrad des Kniegelenks und  dem Alter des Patienten abhängig.