Partieller Ersatz – Schlittenprothese

Eine Schlittenprothese, auch unikondylärer Gelenkersatz oder Monoschlitten genannt, ist der künstliche, partielle Ersatz für das Kniegelenk. Die Schlittenprothese ersetzt nur einen Gelenkanteil, und zwar den inneren oder äußeren Teil des Kniegelenks, der erkrankt oder durch Knorpelverschleiß (Arthrose) abgenutzt ist.

Voraussetzung für den partiellen Ersatz durch eine Schlittenprothese sind:

  • das Gelenk der gegenüberliegenden Seite darf nicht geschädigt sein,
  • der Knorpel hinter der Kniescheibe darf nicht geschädigt sein,
  • die Bänder des Kniegelenks müssen stabil sein,
  • es dürfen keine rheumatische Erkrankungen oder Stoffwechselstörungen (Osteoroporose) vorliegen.

Für diesen Eingriff kommen damit oft jüngere Patienten in Frage.

Der Vorteil des partiellen Ersatzes mit einer Schlittenprothese besteht besonders darin, dass dieser Prothesentyp eine sehr gute Beweglichkeit des Kniegelenks (das “normale” Gehen) ermöglicht. Die natürliche Knochensubstanz bleibt größtenteils erhalten und Komplikationen kommen weniger häufig vor als bei der Implantation eines Knie – Oberflächenersatzes.

Die Schlittenprothese wird meist zementfrei verankert.

Die Operation des Knies mit einer Schlittenprothese

Die Operation des Knies mit einer Schlittenprothese erfolgt unter Vollnarkose oder mittels Spinalanästhesie. Die Schlittenprothese kann über minimal-invasive Hautschnitte implantiert werden. Dabei wird am Oberschenkelknochen und am Schienbeinkopf eine Prothesenkomponente eingesetzt. Zwischen den Prothesenteilen wird eine Gleitfläche aus Kunststoff eingebracht.

Die Operationsdauer beträgt in der Regel ca. 45 Minuten.

Die Operation des Knies mit einer Schlittenprothese ist ein unkomplizierter Eingriff mit sehr guten Erfolgsaussichten. Es bestehen aber die allgemeinen Operationsrisiken, wie z. B. Infektionen, Thrombose, Wundheilungsstörungen.

In meiner Sprechstunde werde ich Sie dahingehend ausführlich informieren.

Der Heilungsverlauf wird täglich im Anschluss an die Knieoperation mit einer Schlittenprothese während des ca. 7 – 10 tägigen

stationären Aufenthalts in einer separaten Station des Städtischen Klinikums Dessau-Roßlau dem “Operativen Zentrum Niedergelassener Ärzte“ (OZN) kontrolliert. Am 2. Tag nach der Operation wird meist die Wunddrainage entfernt und der Patient kann, vorsichtig an Unterarmstützen zu laufen beginnen. Durch eine Röntgenaufnahme wird das Operationsergebnis und der Heilungsverlauf überprüft.

Die Fäden der Hautnaht werden nach ca. 12 bis 14 Tagen gezogen.

Im Anschluss an die Knieoperation mit einer Schlittenprothese gehört weiterhin eine intensive Physiotherapie, die ambulant oder in einer Reha-Klinik erfolgen kann.

Die weitgehende Funktionsfähigkeit und Schmerzfreiheit des Knies ist nach ca. 5 – 8 Wochen wiederhergestellt.